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Das wahre Rotkäppchen trifft den echten Prinz
HÖRDT: Ein Künslerteam probt den Aufstand im "Kühlschrank"
Räume für raumgreifende Performence gesucht

Beide interessieren existenzielle Themen - Mensch und Tier,
Leben und Sterben, Lieben und Leiden. Hagen Wundbach
aus Karlsruhe als botschaftsschwagerer Performencekünstler,
Anja Lang aus Hördt als Malerin symbolträchtiger Märchen-
welten. Für ihr erstes gemeinsames Projekt suchen sie
Ausstellungsräume in der Pfalz.


Er schnitzt oder baut Prinzen aus Holz und anderen Materialien,
die sie farbig ausgestaltet. Die Idee dazu wurde in beider Stammkneipe
geboren, der Leimersheimer Rheinschänke, wo wahrscheinlich der erste
Ausstellungsort sein wird. Während die Figur des Prinzen voll in das
malerische Konzept der Langschen Bilderwelten passt, läuft das Projekt
für Hagen Wundbach unter dem Stichwort "sanfte Linie". Denn eigentlich
ist er hipper Performence-Künstler, der sich aber als solcher sicher nicht
bezeichnen würde."Performence" ist für Hagen nämlich ein undefinierter
kommerzieller Begriff-und Kommerz verabscheut er zutiefst. Ebenso wie
jedes Schubladen- und Obrigkeitsdenken oder die Arroganz der Mächtigen,
die sich für ihn in der Prinzengestalt personifiziert. "Das ist für mich die
Krone der Schöpfung", ironisiert der freischaffende Künstler das Motiv,
mit dem er schon länger arbeitet. Hagen versteht sich als Macher abstrakten
Theaters, als Provokateur, der kein Blatt vor den Mund nimmt und dem jedes
Mittel recht ist um aufzurühren und der bürgerlichen Enge zu entfliehen.
Dieses Jahr feiert das in Halle aufgewachsene Enfant terrible Bühnen-
jubiläum: "25 Jahre leerer Kühlschrank".

 

 

Unterschiedlicher könnten beide Künstlerpersönlichkeiten und
ihr Anspruch - auf den ersten Blick-  gar nicht sein.
Anja Maria Lang will niemanden belehren mit ihren vor kräftigen
Farben strotzenden Gemälden, in denen sich Fabel - und
Engelwesen, Froschkönige, Prinzessinnen und gekrönte
Katzentiere tummeln. Die Bildersprache der Märchen übt
auch nach dem Kindesalter einen besonderen Zauber auf die
Sozialpädagogin aus. Hier vermischen sich Realität und Fiktion,
hier trifft Gut auf Böse. "Es gibt eine gemeinsame Faszination
für Archetypen", erklärt Lang Parallelen zu Wundbach.
"Wir bewegen uns beide in einer magischen Welt; ich im
Positiven, er sieht eher den Abgrund."
Hagen Wundbach hat ihre Bilder mit dem explosiven Malstil
gesehen und dachte:"Das kann nur knallen".
Nicht etwa in der Form, das sich Gegensätze treffen, sondern
Gleichgepolte mit unterschiedlichen Ausdrucksformen.
Eine wichtige Voraussetzuung zur Zusammenarbeit:
Langs Kunst sei authentisch. "Anja ist für mich das personi-
fizierte Rotkäppchen", sagt Wundbach. Der laute Gesellschafts-
kritiker kann auch leise Töne anschlagen, im gemeinsamen
Projekt sucht er nicht ständig nach dem Abgründigen.
"Es wird keine verstümmelte Prinzessin geben", verspricht er.
Zur skulpturalen Prinzen-Ausstellung soll es mehrere Aktionen
und ein Puppentheater zur Eröffnung geben. Die beiden Künstler
passen ihr Konzept den Räumlichkeiten an, die sie suchen.
Diese könnten im öffentlichen wie im privaten Bereich liegen.
"Wir sind in der Lage innerhalb von zwei Wochen den Erstschlag
zu machen", sagt Wundbach über den fortgeschrittenen Status
des Kunst-Projekts.

Natascha Ruske
Rheinpfalz den, 26.07.07

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